Reiten Westernreiten im Trend

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Reiten ist ein beliebter Sport, der außergewöhnlich vielfältig ist. Gegenüber dem Englischen Reitstil, der in den letzten Jahren in Europa gelehrt wurde, konnte sich zunehmend das Westernreiten etablieren. Dieser Reitstil, der sich enorm vom Englischen Reitstil unterscheidet, ist an die Arbeitsreitweise der Cowboys angelehnt.

Pferde und Ausrüstung im Westernreiten

Cowboys mussten und müssen für gewöhnlich bis zu 16 Stunden im Sattel aushalten. Dafür brauchen sie nicht nur ein ausdauerndes und leicht zu lenkendes Pferd, sondern auch eins mit nicht zu anstrengenden Gängen und einen bequemen Sattel. All dies ist im Westernreiten gegeben. Die Pferde sind überwiegend Quarter Horses, Appaloosas oder Paint Horses. Das Stockmaß geht selten über eine Höhe von 160 Zentimetern hinaus.

Die Rassen werden mittlerweile auch in Europa gezüchtet, dazu kommen eine spezielle Art der Haflinger zum Einsatz und die so genannten Freiberger. Die Ausrüstung besteht aus dem typischen Westernsattel mit hohem hinteren Rand, breiter, bequemer Sitzfläche und einem Sattelhorn. Als Gebiss verwendet man gebisslose Zäumungen, Wassertrensen, Curb Bits oder Snaffle Bits. Stiefel, Jeans und Hut gehören zur Grundausrüstung des Reiters.

Übliche Reitweise im Westernreiten

Westernpferde sind in der Regel darauf trainiert, auf eine Hilfe für eine bestimmte Gangart zu reagieren und dann diese Gangart beizubehalten, ohne dass der Reiter weiter auf das Pferd einwirken muss. Grundsätzlich wird einhändig, am langen Zügel geritten, einhändig deshalb, weil ursprünglich der Cowboy eine freie Hand zum Arbeiten brauchte, zum Beispiel, um ein Lasso zu halten.

Im Galopp bleibt man im Sattel sitzen, geübte Reiter galoppieren, als seien sie im Sattel „festgewachsen“. Es gibt auch nicht, wie im Englischen Reitstil, das Leichttraben. Im Westernreiten wird stets der feste Kontakt zum Sattel gehalten, weil es einfach bequemer und länger durchzuhalten ist. Die Hilfengebung ist minimal, Westernpferde sollten sich möglichst eigenständig bewegen. Lediglich kleine Gewichts- und Schenkelhilfen sind erlaubt.

Richtungswechsel erfolgen mittels Bewegung des Zügels, nach links und rechts zum Beispiel, indem man in die gewünschte Richtung einen Teil des Zügels über den Pferdehals legt. Westernpferde sind auch in der Lage plötzliche Stopps auf der Hinterhand einzulegen (Sliding Stops) oder, ebenfalls auf der Hinterhand, sich schnell um die eigene Achse zu drehen (Spins).

Aktivitäten und Disziplinen im Westernreiten

Westernreiten kann als Freizeit- oder Turniersport betrieben werden. Im Freizeitsport sind vor allem Ausritte in die Natur, aber auch Dressurübungen, wie das Reining, bekannt. Im Turniersport gibt es eine stattliche Anzahl an Disziplinen, die unterschiedlich beliebt sind, manche sind wahre Publikumsmagnete. Das Reining ist im europäischen Westernreiten die populärste Disziplin. Sie besteht aus Sliding Stops, Spins, raschen Tempowechseln und Back ups (Rückwärtsrichten), wobei die meiste Zeit im Galopp geritten wird.